Prüfe mich und erkenne mein Herz

„Erforsche mich, o Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne meine Gedanken. Und sieh, ob irgendein böser Weg in mir ist, und leite mich auf ewigem Weg.“ (Ps. 139:23-24)

Zwei wichtige Dinge vorab:

Es muss an ihm befestigt werden, an ihm kleben, dafür müssen wir es ihm geben. 

Das gilt für alle Punkte in unserem Leben, auch wenn wir das Gefühl haben, dass dem Herrn etwas nicht gefällt oder dass etwas zwischen dem Herrn und uns steht. Sag nicht „Er hat ja alles schon geschrieben, jetzt musst du es nur noch tun.“ Das überfordert dich, mach es zusammen mit dem Herrn. 

Nehemia 1:11, 2:1-11

„Lass es deinem Knecht heute gelingen…“ (Neh. 1:11) Nehemia hatte ein brennendes Herz, aber er wusste nicht, was er in dieser Situation tun sollte. Er wusste, dass der Herr ihm einen Weg bahnen muss. Der Herr hat sich vier Monate Zeit gelassen, so lange war Nehemia in dieser Situation. Er ist mit dem Herrn zusammen in der Situation geblieben und hat es weiter dem Herrn gegeben. Der Herr hat dann die Wendung gegeben, Nehemia musste dafür nichts weiter tun. 

Auch jetzt ist ein heute. Wir brauchen ein einfaches Herz, der Herr ist der Löser. Lass ihn wirken. Wir müssen ihm nicht den Weg ebnen. Wenn der Herr ein brennendes Herz gibt, ist es am besten, ihm das Herz wiederzugeben. Es bringt nichts, damit loszugaloppieren und zu versuchen, mit der eigenen Kraft etwas zu tun. 

„Da sprach der König zu mir: Was begehrst du denn? Da betete ich zu dem Gott des Himmels“ (Neh. 2:4) Nehemia hat Angst bekommen, als der König gemerkt hat, dass er traurig ist. Er hat sofort in der Situation gebetet und nicht irgendetwas gemacht oder gesagt. Wir sind in unseren Situationen nicht allein, der Herr lebt in uns. Nehemia wurde dann vom König ausgestattet. Auch das geschah in Zusammenarbeit mit dem Herrn.

Nehemia 2:12-16

„Und als ich nach Jerusalem kam und drei Tage da gewesen war, machte ich mich in der Nacht auf und wenige Männer mit mir“ (Neh. 2:12-13) Nehemia ist ein Bild auf Jesus. Er war drei Tage in Jerusalem, bevor er sich aufmachte. Auch Esra ruhte sich drei Tage aus, als er in Jerusalem ankam.  Jesus war drei Tage tot, bevor er auferstand. Wir müssen durch Tod und Auferstehung, damit der Herr in uns wirken kann.

„Und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Tröster geben, dass er auf ewig bei euch sei, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, denn sie sieht ihn nicht und kennt ihn nicht; ihr aber kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein.“ (Joh. 14:16-17)

Der Name Nehemia bedeutet „Der Herr tröstet“. Heute ist der Geist unser Tröster.

Der Tempel ist ein Bild auf die vielen Glieder, die in einem Leib in Einheit zusammengefügt sind und auch auf jeden einzelnen von uns. Die Mauer ist also sowohl um die Gemeinde herum als auch in jedem einzelnen Herzen als Schutz. Der Geist braucht unser Einverständnis, um mit uns zusammen an unserem Herzen zu wirken. Es war dem Herrn wohlgefällig, uns eine Entscheidungsmacht zu geben. Gebe ich ihm mein Herz, oder nicht? Komme ich zu ihm, oder nicht? Suche ich ihn, oder nicht? 

„Du aber geh in deine Kammer, wenn du betest, schließe deine Tür und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird es die vergelten.“ (Mt. 6:6)

Gott sieht im Verborgenen. Er sieht dein Herz wie es ist, das war schon bei Adam so, wir können uns nicht vor ihm verstecken. Niemand ist gut, unser aller Selbst ist verdorben und unbrauchbar für Gott. Der Geist, der in uns wohnt, ist gut. Er erforscht unser Herz und wirkt erst im Verborgenen, so wie auch Nehemia sich nachts mit wenigen aufgemacht hat, um die Mauer zu prüfen. Wir können uns gemeinsam mit dem Herrn aufmachen. Dem Herrn ist unser Zustand nicht egal, er schaut wie es in deinem Herzen aussieht Bei Nehemia war die Mauer verbrannt und die Tore vom Feuer verzehrt. Der Herr prüft unser Herz, aber nicht, um uns zu verdammen, sondern um uns zu erretten und uns zu zeigen, dass wir Errettung notwendig haben. Er beleuchtet kaputte Stellen in der Mauer, ist aber gleichzeitig immer der Fels, der mitfolgt. Wir reparieren die Mauer zusammen mit dem Herrn. Wenn ich es alleine versuche, sind Scheitern und Frust groß. Die Arbeit an der Mauer geht im Tempo des Herrn voran. Der Herr ist immer in Blickweite, manchmal muss man dafür einen Vorhang aufmachen.

„Machet Bahn! Bereitet den Weg!“ (Jes. 57:14)

Wir müssen dem Herrn einen freien Weg in unserem Herzen bahnen, dass er die Mauer prüfen kann. Nicht dem Herrn den Weg versperren (durch ein hartes Herz, wenn du dauernd dein Gewissen übergehst). Wenn das Herz sich dem Herrn zuwendet, bahnst du ihm den Weg. Der Herr gibt unser Herz nicht auf. Er hat einen Weg, wenn wir uns zu ihm wenden und zu ihm rufen.

„Und es war da kein Raum, dass mein Tier mit mir weiterkommen konnte.“ (Neh. 2:14) Manchmal ist da so viel Schutt, dass kein Durchkommen ist, aber „mit meinem Gott kann ich über Mauern springen“ (Ps.18:30). Der Herr gibt uns nicht auf, weil ihm unser Herz so wichtig ist. Er möchte unsere Herzen zusammenfügen in Einheit, das macht er parallel zum Wirken an jedem einzelnen Herz. Kein Herzenszustand ist für den Herrn hoffnungslos, er hat immer einen Weg.

„Er heilt, die zerbrochenen Herzens sind, und verbindet ihre Wunden.“ (Ps. 147:3)

Wer? Er! Der Herr hat eine Lösung. Ich muss meine Vorstellungen ablegen, wie der Herr an meinem Herzen bitte zu wirken hat. Ich kann ihm sagen, was er als nächstes tun soll, muss ihm aber Freiheit geben, zu wirken, wie er möchte. Manchmal denken wir „Warum macht der Herr so wenig? Warum passiert in dieser Sache nichts?“, aber vielleicht will der Herr gerade woanders wirken. Manchmal will ich Licht für eine Sache, aber der klopft an einer ganz anderen Tür „Was ist eigentlich damit, willst du mir das nicht auch geben?“. Manchmal will er erstmal, dass du eine Tür zu einer Kammer in deinem Herzen aufmachst und mit ihm darüber sprichst, du musst keine Verlustängste haben oder denken, dass der Herr alles durcheinanderwirft. Bei einer OP geben wir auch nicht dem Arzt Anweisungen, wie er schneiden soll. Der Herr wirkt an uns nicht unter Narkose, du wirst Schmerzen spüren. Vertrau ihm, dass er der Herzensexperte ist und besser weiß, wie er an unserem Herzen arbeiten muss. Für dich gibt es Hoffnung und Heilung, das dauert dein ganzes Leben lang. Der Herr wird mit unseren Herzen zur Vollendung kommen. Er ist der, der ins Dasein ruft, was noch nicht da ist. Ich möchte lernen, zusammen mit dem Herrn an das dran zu gehen, was ihm wichtig ist. Wir sind nur für den Herrn brauchbar, wenn sein Geist an unseren Herzen wirken darf. Er kann sogar überschwänglich tun, wenn seine Kraft an uns wirkt. Wir arbeiten Stück für Stück zusammen mit ihm. 

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Autor: Weizenkorn

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