Das große Werk Gottes und unsere Bestimmung dafür
Menschen haben ihre Pläne und Vorhaben, größere und kleinere Projekte. Man nimmt sich immer wieder etwas vor, sei es eine Urlaubsreise oder die Durchführung einer größeren Anschaffung. Wie steht es aber mit Gott, hat nicht auch er einen großen Vorsatz, den er zur Vollendung bringen will?
Die Bibel spricht davon in vielen anschaulichen Bildern und Erzählungen sowie klaren unmissverständlichen Aussagen. Dieser Vorsatz hat viel mit uns Menschen zu tun; denn Gott hat uns dazu bestimmt, bei der Ausführung seines Planes mitzuwirken. Daher ist es gut, Gottes ewigen Vorsatz zu kennen. Viele kleine oder auch größere Entscheidungen in unserem Leben erscheinen dadurch in einem anderen Licht und werden erst wahrhaft bedeutungsvoll, wenn sie im Einklang mit Gottes großem Vorsatz stehen. Lasst uns daher einmal nachsehen, was die Bibel uns darüber zeigt.
„Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde“ (1.Mo.1:1). Das ist der erste Satz der Bibel. Er schuf sie in unbeschreiblicher Vielfalt und Schönheit. Er legte die Ordnung von Tag und Nacht fest, setzte dem Meer seine Grenzen, bestimmte den Lauf der Gestirne und brachte die unfassbar reiche Pflanzen- und Tierwelt hervor. Alles geschah durch sein Sprechen.
Als er dies vollendet hatte, hielt er inne und sprach: „Lasst uns den Menschen machen in unserem Bild nach unserer Gleichheit“ (1.Mo.1:26). Hier wird deutlich, dass der Mensch in Gottes Augen eine ganz besondere Position einnimmt. Die Tiere schuf er nach ihrer eigenen Art, sie haben Ihre Bestimmung innerhalb der Schöpfung und sind in sich eine abgeschlossene Kreatur. Der Mensch ist jedoch im Bilde Gottes geschaffen, das heißt, dass er ganz auf seinen Schöpfer ausgerichtet ist. Gott hat mit uns etwas Besonderes vor. Er will sich selbst in uns sehen und in uns ein Gegenüber haben, das ihn versteht und mit dem er Gemeinschaft haben kann. Daher ist es auch das Größte, was wir Menschen haben können, in seiner Gegenwart zu leben und mit ihm von Angesicht zu Angesicht reden zu können. Auch für die ersten Menschen Adam und Eva hatte die Gemeinschaft mit Gott eine große Herrlichkeit.
Die Verantwortung des Menschen
Gottes Plan mit uns ist damit jedoch nicht zu Ende, er fuhr fort zu sagen: „Die Menschen sollen herrschen über die Fische des Meeres und über die Vögel der Himmel und über das Vieh und über die ganze Erde“ (1.Mo.1:26). Dies zeigt, welch großes Vertrauen Gott uns Menschen entgegenbrachte. Die wunderbare Schöpfung, die er hervorgebracht hatte, überließ er dem Menschen, um sie zu regieren, zu bewahren und in einer guten Ordnung zu halten.
Wie ging diese Geschichte weiter? Entsprach der Mensch seiner Bestimmung? Gott hatte für ihn einen wunderbaren Garten angelegt, in dem es viele Bäume gab, deren Früchte er essen durfte. In der Mitte stand der Baum des Lebens, der für das ewige Leben Gottes steht, das wir Menschen empfangen sollen, wenn wir in der Gemeinschaft mit Gott bleiben. Es gab jedoch auch noch einen anderen Baum, den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. Gott warnte davor, von den Früchten dieses Baumes zu essen. Vielleicht verstehen viele nicht, warum Gott überhaupt solch einen Baum aufwachsen ließ, wenn er nachher vor seinen Früchten warnte. Dazu nur so viel: Auch Gefährliches im Umfeld des Menschen zuzulassen, zeigt einmal die große Souveränität Gottes, zum anderen wurde dadurch dem Menschen Verantwortung für sein Tun übertragen, die er zusammen mit seinem freien Willen erhalten hatte. Gott wollte keine Marionetten schaffen, die sich ohne eigenen Willen einfach in den vorgegebenen Bahnen leben. Der Mensch sollte Verantwortung für sein Tun haben.
Der Fall des Menschen – Ziel verfehlt
Durch die Verführung der Schlange nahm der Mensch von den Früchten des verbotenen Baumes, wodurch die Gemeinschaft mit Gott empfindlich gestört wurde. Vielleicht fragt man sich, was denn an der Erkenntnis von Gut und Böse verwerflich sein soll. Diese Erkenntnis an sich ist auch nichts Schlechtes. Durch diesen Baum wurde jedoch zu einer Erkenntnis geführt, die unabhängig von Gott machen sollte und aus der Gemeinschaft mit ihm hinausführt und damit dem Tod ausliefert. Die Schlange verführte mit den Worten: „Ihr Menschen werdet sein wie Gott.“
In das Herz des Menschen wurde Misstrauen gegenüber Gott gesät und dies führte zu dem großen Verderben. Die große wunderbare Bestimmung des Menschen wurde verfehlt. Das ist die eigentliche Bedeutung von Sünde: Zielverfehlung. Dieses Element der Sünde übertrug sich auf die nächste Generation und prägt die Menschheit bis heute. Daher schrieb Paulus: „Da ist keiner, der verständig ist, da ist keiner, der Gott sucht. Sie haben sich alle abgewandt, sie sind allesamt unbrauchbar geworden. Da ist keiner der Gutes tut, auch nicht einer“ (Röm. 3:11-12).
Gottes Maßstab
Vielleicht halten wir uns nicht für ganz so schlecht. In den Augen Gottes sieht es jedoch anders aus. Dies musste Paulus feststellen und schrieb an einer anderen Stelle: „Ich weiß, das in mir nichts Gutes wohnt; das Wollen ist bei mir vorhanden, nicht aber das Vollbringen des Guten“ (Röm.7:18). Wir Menschen können nicht mehr das tun, was Gott gefallen würde. Wer seinen eigenen Maßstab anlegt, kommt vielleicht zu einem anderen Ergebnis, aber die Bibel sieht uns mit Gottes Augen und da gibt es keinen, der Gutes tut. Der religiöse Mensch versucht dennoch, durch eigenes Bemühen Gott irgendwie zu gefallen. Auch zur Zeit Jesu gab es viele Juden, die intensiv die heiligen Schriften studierten und viele eigene Gebote dem Wort Gottes hinzufügten, aber schließlich veranlassten sie, dass Jesus gekreuzigt wurde. Religiöses Bemühen wird immer in Feindschaft zu Gott und seinem Volk führen.
Unser Zustand heute, Ergebnis des Falls
Nachdem Adam vom Baum der Erkenntnis gegessen hatte, bemerkte er, dass er nackt war, fürchtete sich und verbarg sich. Als Gott ihn aufsuchte, floh er vor ihm. Das ist die Situation von uns Menschen heute: Wir fliehen vor Gott und verstecken uns vor ihm. Wir können über viele Dinge reden, wenn aber die Sprache auf Gott kommt werden wir still und weichen aus.
Ist dieser Zustand des Menschen unveränderbar? Hat Gott vielleicht nicht doch auch in dieser verfahrenen Situation einen Weg für uns? Diesen Fragen wollen wir im nächsten Blog nachgehen.
