In Verantwortung vor Gott leben

Bei den Gleichnissen in Matthäus 25 geht es zunächst einmal um unsere persönliche Verantwortung für unsere Umwandlung. Dennoch sind wir hierbei niemals allein, sondern führen unser Christenleben gemeinsam mit anderen. Es gibt nicht nur eine, sondern zehn Jungfrauen. Ohne das Gemeindeleben wird unsere Errettung sehr beschränkt sein. Wir laufen unseren Weg gemeinsam und sollen auch gemeinsam ans Ziel kommen. Dabei arbeiten wir mit dem, was wir bekommen haben. Vor allem anderen ist dies der Geist. Er wird mit dem guten Land, das das Volk Israel von Gott verheißen bekam, gleichgesetzt: „damit der Segen Abrahams unter die Nationen käme in Jesus Christus, damit wir durch Glauben die Verheißung des Geistes empfingen“ (Gal. 3:14).

Die Verheißung des Geistes, der Segen Abrahams, das gute Land

Abraham wurde das gute Land verheißen und wir erhielten die Verheißung des Geistes. Wir sind reich gemacht in ihm und sind gesegnet mit jedem Segen des Geistes. Alles, was wir brauchen, ist vorhanden, wir haben die Fülle. Trotzdem müssen wir es ergreifen. Das Volk Israel im Alten Testament erhielt große Verheißungen, die sich dann auch erfüllt haben, dennoch mussten sie das verheißene Land auch einnehmen. Eigeninitiative ist erforderlich. Auch wenn wir sehr viel Geld auf dem Konto haben, wird es uns nur dann etwas bringen, wenn wir es abheben. Wir haben die Fülle des Geistes empfangen, lasst sie uns auch einsetzen. Im geistlichen Bereich geschieht dies nicht ohne Kampf. Doch denkt an die Verheißung, die Israel gegeben wurde, dass alles, worauf sie den Fuß setzten, ihnen gehörte. Diese Verheißung konnte sich jedoch nur erfüllen, wenn sie ins gute Land hineingingen. Zweieinhalb Stämme wollten ihr Erbteil nicht im guten Land einnehmen. Sie wollten es lieber außerhalb empfangen. Bevor sie im guten Land ankamen, sahen sie ein Gebiet, das ihnen sehr gut gefiel. Sie hatten viel Vieh und diese Gegend war ein gutes Weideland. Das zogen sie vor. Ihre Entscheidung war menschlich verständlich, aber dadurch verloren sie ihr Erbteil im guten Land. 

Einnehmen, was uns Gott gegeben hat

In Josua 18,3 bis 4 wird von weiteren sieben Stämmen Folgendes berichtet. „Da sagte Josua zu den Söhnen Israel: Wie lange noch seid ihr zu nachlässig, um hinzugehen, um das Land in Besitz zu nehmen, das der Herr, der Gott eurer Väter, euch gegeben hat? Nehmt euch drei Männer für je einen Stamm, die ich dann aussenden werde! Und sie sollen sich aufmachen, das Land zu durchwandern und es aufschreiben entsprechend ihrem Erbteil und dann zu mir kommen“. Das sollen wir heute auch tun: das gute Land durchwandern und aufschreiben, was wir gesehen haben. Was wir aufgeschrieben haben, vergessen wir nicht mehr so schnell. Sicherlich bedeutet dies eine gewisse Mühe. Lasst uns in dieser Hinsicht jedoch nicht nachlässig oder gar faul sein. Auch Petrus ermahnt uns dazu, allen Fleiß aufzubringen, das zu ergreifen, was uns der Herr gegeben hat. Was wir durchwandert, aufgeschrieben und wovon wir anderen erzählt haben, das wird in unserem Herzen bleiben. Dafür haben wir unsere Versammlungen, dass wir erzählen, was wir im guten Land gesehen und erfahren haben. Draußen bleiben sollen wir auf keinen Fall, denn dann versäumen wir den Reichtum, den der Herr für uns bereitet hat. Wenn wir das Land eingenommen haben, werden wir es bebauen und Speise schaffen, die wir anderen darreichen können. (Mt.24:45-51)

Einander helfen und ermutigen

Seid darum ermutigt, das Land zu durchziehen, einzunehmen, zu bebauen und Speise auszuteilen. Damit uns das gelingt, ist es gut, sich zu den Geschwistern zu halten. Von ihnen können wir Vieles lernen. Ein guter Umgang hat gute Auswirkung auf unseren Wandel. Schlechter Umgang jedoch verdirbt gute Sitten, wie es auch die Schrift sagt. Wenn wir uns auf einen Marathonlauf begeben, ist es gut, mit anderen zusammen zu laufen. Wenn jemand vor dir läuft, wird er dich mitziehen. Lasst uns gemeinsam laufen, bis wir das Ziel erreicht haben.

Gott ist der Richter aller

Zum Schluss möchte ich noch einen Überblick über die Gerichte geben, die wir in der Bibel finden. Kurz zusammengefasst, finden wir dort drei Gerichte. Fangen wir an mit 2. Kor. 5,10: „Denn wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, damit ein jeder (den Lohn) empfängt für das, was er durch den Leib getan hat, es sei gut oder böse“. Hier geht es um ein Gericht an den Gläubigen. Es geht nicht um die ewige Verdammnis, sondern darum, ob wir Lohn empfangen, oder bestraft werden müssen. Die Strafe dient dazu, dass wir nachträglich noch zur vollen Reife gebracht werden können. Der Herr wird beurteilen, ob wir in unserem Leben auf der Erde Öl gekauft haben und ihn gewonnen haben oder nicht.
Über das zweite Gericht lesen wir in Matthäus 25:31-46. Dort werden die Menschen aus den Nationen gerichtet, die nicht wiedergeboren sind und durch die große Trübsal ganz am Ende unseres Zeitalters hindurchgingen und überlebt haben. Sie werden danach gerichtet, inwieweit sie den Christen, das heißt den geringsten Brüdern des Herrn, insbesondere während der großen Trübsal geholfen haben oder nicht.
Schließlich finden wir ganz am Ende der Bibel in Offenbarung 20 das Gericht vor dem großen weißen Thron. Dort stehen alle Ungläubigen vor dem Richterstuhl Gottes. Hier wird über die ewige Verdammnis entschieden. In dieses Gericht wird keiner von den Gläubigen kommen. Das wird deutlich in Johannes 3,18.

Ein Leben, das auf die Wiederkunft Christi ausgerichtet ist

Lasst uns alle in der Erwartung leben, dass unser Herr bald wieder kommt. Philipper 3, 20 zeigt uns, dass wir sehnlich unseren Retter, den Herrn Jesus Christus erwarten sollen. Auch in 1.Thess. 1, 10 ermutigt Paulus die Gläubigen, den Herrn zu erwarten. Lasst uns Menschen sein, die auf Ihren Herrn warten und ihr Gefäß mit Öl füllen. Denk nicht, dass dies sehr schwer ist und lass dich nicht in Furcht versetzen! Wir erwarten den Herrn als unseren Bräutigam. Eine Braut hat niemals Furcht vor der Hochzeit. Vielmehr freut sie sich darauf. Vielleicht ist sie etwas aufgeregt, aber dennoch voller Freude. Der Herr kommt vor allem anderen als Bräutigam. Sicherlich auch als Richter, aber in erster Linie als Bräutigam. Vergiss nie, was wir im nächsten Zeitalter vom Herrn empfangen werden, ist weitaus besser als das, was wir heute haben, besonders dann, wenn unser Herz an den Gütern des gegenwärtigen Zeitalters hängt.

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