Gottes Vorsatz (Epheser 2)

Im Brief des Paulus an die Gemeinde in Ephesus wird uns Christus und die Gemeinde als ein großes Geheimnis vor Augen geführt. In unseren Mitteilungen während der Konferenz können wir leider nicht auf den gesamten Brief eingehen. In erster Linie wollen wir uns auf das Kapitel 2 beschränken. Dort wird  das ganze Errettungswerk unseres Gottes in aller Kürze beschrieben. Das Kapitel beginnt mit unserem gefallenen, toten Zustand vor unserer Errettung und endet mit der Gemeinde als dem Haus Gottes. Bevor wir uns genauer mit dem Kapitel zwei befassen, wollen wir als Einstieg kurz auf Kapitel 1 eingehen. Die Gemeinde in Ephesus wird in der Bibel oft angesprochen. Wir hören von ihr in der Apostelgeschichte, der Brief an die Epheser ist an sie gerichtet, der 1. Timotheus Brief wurde an Timotheus geschrieben, als er ihn Ephesus war und schließlich wird das erste Sendschreiben in Offenbarung zwei an die Gemeinde in Ephesus adressiert. Der Epheser-Brief besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil umfasst die Kapitel eins bis drei. Dort wird aufgezeigt, was Gott alles vollbracht hat, um seinen Vorsatz zu erfüllen. In den Kapiteln vier bis sechs wird die Praxis beschrieben, in der wir als Gläubige leben sollen, damit dieser Vorsatz erreicht wird. Im ganzen Brief wird die Gemeinde sehr betont. Wir sehen, dass Gott schon vor Grundlegung der Welt vorhatte, die Gemeinde hervorzubringen. Vor allem im ersten Teil benutzt Paulus sehr viele Superlative und ganz besondere Ausdrücke. Er beginnt mit einem Gebet und endet mit einem Gebet. Im zweiten Teil finden wir viele Ermahnungen, die sich auf die Offenbarungen des ersten Teils beziehen. Die erste Ermahnung des zweiten Teiles bezieht sich auf das Festhalten der Einheit des Geistes. Die letzte Ermahnung ist die Aufforderung, den geistlichen Kampf zu führen.  Der Brief endet nicht damit, dass alle angesprochenen Ziele erreicht werden, sondern mit dem geistlichen Kampf.

Christus und die Gemeinde, Gottes großes Geheimnis 

Die Hauptsache in diesem Brief ist die Gemeinde. Kapitel eins zeigt uns die Gemeinde als das Geheimnis von Gottes Willen. Kapitel fünf spricht von dem großen Geheimnis, Christus und der Gemeinde. Im Timotheus Brief wird das Geheimnis der Göttlichkeit angesprochen, welches durch die Gemeinde offenbart wird. Die Gemeinde ist ein Geheimnis. Im Alten Testament wurde sie nicht offenbart. Es gab viele Bilder, die auf die Gemeinde hinweisen. Sie konnten jedoch damals nicht in dieser Weise verstanden werden. Erst jetzt im Nachhinein verstehen wir sie. Dies wird deutlich, wenn wir 1.Petr. 1: 10-12 lesen:
„Nach dieser Errettung haben gesucht und geforscht die Propheten, die von der Gnade an euch geweissagt haben; sie haben geforscht, auf welche oder was für eine Zeit der Geist Christi in ihnen deutete, der zuvor die Leiden Christi und die Herrlichkeiten danach bezeugte, (und) es wurde ihnen offenbart, dass sie nicht sich selbst, sondern euch mit dem dienten, was euch nun verkündigt ist durch jene, die euch das Evangelium gepredigt haben aus dem Heiligen Geist, der vom Himmel gesandt ist – (Dinge), in welche die Engel hineinzuschauen begehren.“

Die Propheten des Alten Bundes suchten und forschten nach der Errettung, die wir heute erfahren dürfen. Jedoch blieb sie ihnen weitgehend verborgen. Auch für die Engel war dieses Geheimnis verborgen. 

Die Gemeinde – die Braut Christi 

Die Gemeinde ist nicht irgendein Teil der göttlichen Offenbarung. Sie ist auch nicht das Steckenpferd einiger Christen zur besonderen Betonung. Wer den Herrn erkannt hat, wird sehen, wie wichtig ihm die Gemeinde ist. Die Gemeinde ist die Braut des Herrn Jesus. Die Braut eines Mannes ist niemals nur ein netter Zeitvertreib neben vielerlei anderen Dingen. Die Braut hat eine besondere Stellung. Wenn sie nicht diesen Vorrang hat, stimmt etwas nicht. Gemäß der biblischen Offenbarung gilt dies für die Gemeinde noch weit mehr.  

Auserwählt vor Grundlegung der Welt 

Vor Grundlegung der Welt, bevor Raum und Zeit entstanden, hat Gott uns für sich auserwählt und bestimmt.

„Gesegnet sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit jedem geistlichen Segen in den Himmeln in Christus, da er uns in ihm vor Grundlegung der Welt auserwählt hat, dass wir heilig und makellos seien vor ihm in Liebe, und uns vorherbestimmt hat zur Sohnschaft durch Jesus Christus zu sich selbst, nach dem Wohlgefallen seines Willens“ (Eph.1:3-5)

Er hat uns für sich selbst bestimmt, hat uns geschaffen, damit wir ihm gefallen und ihm gehören. Das ist das Wohlgefallen seines Willens. Vielleicht geht ein Lächeln über sein Gesicht, wenn immer er an die Gemeinde denkt.

Das Geheimnis von Gottes Willen

 Lesen wir weiter:

„zum Lob der Herrlichkeit seiner Gnade, mit der er uns begnadet hat in dem Geliebten, in welchem wir die Erlösung haben durch sein Blut, die Vergebung der Übertretungen, nach dem Reichtum seiner Gnade, die er in uns hinein hat überströmen lassen in aller Weisheit und Umsicht“ (Epheser 1,6-8).

Die Austeilung der Gnade geschah in Weisheit und Umsicht, nicht wie bei einer Gießkanne. Daran erkennen wir, dass Gottes Handeln mit der Gemeinde nach seinem Plan erfolgt.

 „Indem er uns wissen ließ das Geheimnis seines Willens nach seinem Wohlgefallen, das er sich vorgesetzt hatte in sich selbst“ (Eph.1:9).

Haben wir dies erkannt? Gott will uns das Geheimnis seines Willens wissen lassen. Seht ihr, welch große Gnade dies ist? Wenn wir es sehen, werden wir nachts davon träumen. Der allmächtige Gott hat uns sein Geheimnis offenbart.

„in welchem wir auch zu (seinem) Erbteil gemacht worden sind, die wir vorherbestimmt waren nach dem Vorsatz des, der alle Dinge wirkt nach dem Ratschluss seines Willens“ (Eph. 1: 11).

Für alle Christen muss es von großer Bedeutung sein, den Ratschluss von Gottes Willen zu kennen, dass wir für die Gemeinde erwählt und vorherbestimmt sind.

Das Ziel von Gottes Vorsatz ist die Gemeinde

„Habt Acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, unter welcher euch der Heilige Geist als Aufseher gesetzt hat, die Gemeinde Gottes zu weiden, die er durch sein eigenes Blut erworben hat.“ (Apg.20:28)

Hier wird deutlich, dass auch die Erlösung des Herrn nicht nur das Ziel hatte, uns als Einzelne zu retten. Ihre Bedeutung geht deutlich weiter. Sie ist geschehen, um die Gemeinde zu erwerben. Das war seine Absicht, als er uns erlöst hat. Für sie hat er sein eigenes Blut vergossen. Das Blut floss auch für dich und mich, das Ziel der Erlösung ist jedoch die Gemeinde. Wer dies nicht erkennt, dem fehlt ein entscheidender Teil in seinem Christenleben. Die Rettung ist wunderbar. Durch sie haben wir Anteil an Christus, aber Gott hat weit mehr für uns. Lasst es uns nicht versäumen! Meine Errettung ist für die Gemeinde, lobt den Herrn! Wenn ich ein anderes Ziel verfolge als unser Gott, was wird es für mich einbringen? Dies kann nie von Vorteil für mich sein. Die Bibel zeigt sicherlich auch andere Aspekte seines Willens. Gott will, dass alle Menschen gerettet werden. Wenn ich mich nun völlig für das Evangelium hingebe und aus den Augen verliere, dass die Rettung der Menschen für die Gemeinde ist, dann lebe ich an Gottes Willen vorbei. Gottes Wille ist auch unsere Heiligung. Das Ziel unserer Heiligung soll jedoch die Gemeinde sein. Eine Heiligungsbewegung entspricht nicht Gottes Plan. Wenn mein Ziel dem Plan Gottes nicht entspricht, dann sind meine Aktivitäten in Gottes Augen ohne Bedeutung.

Gott wirkt alle Dinge, um seinen Vorsatz zu erfüllen

Gottes Wille ist ein Geheimnis. Dennoch soll er nicht verborgen bleiben, sondern offenbart werden. Wir sind aufgefordert, dafür zu beten, dass Gott uns die Augen dafür öffnet. Epheser 1:11 zeigt, dass Gott alle Dinge nach dem Ratschluss seines Willens wirkt. Hier wird deutlich, dass alles, was wir erleben und was um uns herum geschieht, letztlich diesem großen Ziel, dem Ratschluss seines Willens dienen soll. Wir verstehen nicht immer, warum bestimmte Dinge geschehen. Hier ist Glaube erforderlich. Ob wir es verstehen oder nicht, Gott wirkt alle Dinge nach dem Ratschluss seines Willens.

Wir erwarten das Kommen von Christus und geben uns hin für die Gemeinde

In der letzten Zeit haben wir des Öfteren über die Wiederkunft des Herrn gesprochen. Es ist gut, wenn wir auf sein baldiges Kommen ausgerichtet sind. Untrennbar damit verknüpft ist unser Trachten nach dem Aufbau der Gemeinde. Je mehr wir erkennen, dass die Wiederkunft des Herrn nahe vor der Tür steht, desto mehr sollen wir dadurch für den Aufbau der Gemeinde angespornt werden.

Gebet für Offenbarung

Welch große Bedeutung diese Vision von der Gemeinde hat, stand Paulus klar vor Augen. Daher geht er in seinem Brief von Lehren über zum Gebet. Die Gemeinde zu sehen, kann nicht allein durch Lehren geschehen. Der Vater muss es uns offenbaren und dafür brauchen wir Gebet. Dasselbe können wir auch in Johannes 17 sehen. Der Herr lehrt nicht über die Einheit, sondern er betet dafür.

Der Geist der Weisheit und der Offenbarung

Um diese Vision zu sehen, brauchen wir den Geist der Weisheit und der Offenbarung. Unser Gott will sich offenbaren und viele Dinge tun, aber er will es nicht ohne seine Knechte, die Propheten, tun. Daher heißt es in Amos 3,7:

„Der Herr tut nichts, es sei denn dass er sein Geheimnis seinen Knechten, den Propheten, offenbart hat.“

Die Offenbarung, die uns Gott gibt, ist kein Selbstzweck. Vielmehr sollen wir das, was er uns gezeigt hat, auch tun. Es ist zu wenig, wenn wir die Offenbarung nur schätzen, aber dennoch auf unseren eigenen Wegen gehen. Lasst uns den Worten Gottes gehorchen und ihnen entsprechen! Denke daran, wem viel gegeben ist, von dem wird auch viel verlangt. Der Geist der Weisheit und der Offenbarung wird uns nicht auf komische Wege führen, sondern dazu, dass wir unseren Gott und den Ratschluss seines Willens erkennen. 

Das Herz bewahren

Gott erleuchtet die Augen unseres Herzes, damit wir ihn sehen können. Was meint die Bibel mit dem Herzen? Mein Herz, das bin ich, meine Gedanken, meine Wünsche und meine Gefühle. Um Offenbarung empfangen zu können, ist unser Herz sehr wichtig. Einmal fragten die Jünger den Herrn Jesus, warum er dem Volk alles in Gleichnissen darlegt. Der Herr antwortete ihnen folgendermaßen:

„Darum rede ich in Gleichnissen zu ihnen, weil sie (mit) sehenden (Augen) nicht sehen und (mit) hörenden (Ohren) nicht hören und nicht verstehen. Und an ihnen wird die Weissagung Jesajas erfüllt, welche sagt: Mit den Ohren werdet ihr hören und doch nicht verstehen, und (mit) sehenden (Augen) werdet ihr sehen und doch nicht erkennen. Denn das Herz dieses Volkes ist verstockt, und ihre Ohren sind schwerhörig geworden, und ihre Augen haben sie verschlossen, damit sie niemals mit den Augen erkennen und mit den Ohren hören und mit dem Herzen verstehen und umkehren und ich sie heile“ (Matthäus 13:13bis15).

Hier wird deutlich, welch große Bedeutung unser Herz hat, damit wir das Wort Gottes verstehen können. Wenn unser Herz verstockt ist, können wir nichts verstehen.

Daher ermahnt uns die Bibel in Sprüche 4,23:

„Bewahre dein Herz mehr als alles, was es zu bewahren gilt, denn aus ihm sind die Ausgänge des Lebens.“

Auch im Hebräerbrief werden wir immer wieder gemahnt, unser Herz nicht zu verhärten. Wenn Gott zu uns spricht, ist dies nicht immer nur angenehm, aber es ist immer zu unserem Nutzen. Behüte daher dein Herz!

Gottes Wort mit dem Herzen ergreifen

Es ist wichtig, dass du Gottes Wort verstehst und weißt, was er zu dir sagen will. Sein Wort ist uns als Speise gegeben. Das ist wunderbar und nie sollen wir aufhören, uns vom Wort Gottes zu nähren. Darüber hinaus soll uns das Wort aber auch lehren, ermahnen und erziehen. Dafür müssen wir es kennen und verstehen. Auch im natürlichen Bereich ist es gut, zu wissen, was du als Speise zu dir nimmst. Es reicht nicht, wenn es dir nur gut schmeckt. Darum ergreife beim Lesen den Inhalt des Textes und lasse es in deinem Herzen wohnen. Wir sollen den Herrn erkennen und verstehen, was er tut. Immer wieder stehen in unserem Leben Entscheidungen an, die nicht einfach sind. Dann fragen wir den Herrn, welchen Weg wir wählen sollen. Um ihn zu verstehen, ist es wichtig, sein Wesen und seine Natur zu kennen. Dem entgegen steht auch die Trägheit unseres Herzens, wie es der Herr den Emmaus Jüngern gesagt hat. 

Unser Herz darf nicht beschwert werden

In Lukas 21, 34 ermahnt uns das Wort:

„Hütet euch aber, dass eure Herzen nicht irgendwann beschwert werden durch ein zügelloses Leben und Trunkenheit und Sorgen des Lebens und jener Tag plötzlich über euch kommt wie ein Fallstrick.“

Frisch gerettet sind wir brennend und begeistert, aber irgendwann kann dies nachlassen. Das Herz kann beschwert werden durch Trunkenheit. Damit ist nicht nur Alkoholmissbrauch gemeint, sondern auch die Gefahr, dass wir anfangen geistliche Unterhaltung zu suchen und nicht mehr nüchtern sind, die Dinge Gottes klar zu erkennen. Gott hat uns seinen Geist der Kraft, der Liebe und des gesunden Sinnes oder auch der Besonnenheit gegeben. Gott will, dass wir besonnen und nüchtern sind und uns nicht von Sorgen übermannen lassen, sondern sie komplett auf den Herrn werfen. Geschwister, achtet auf euer Herz mehr als auf alles andere, denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein. (Matthäus 6:21:) Als Salomo seine Königsherrschaft begann, bat er Gott um ein gehorsames Herz. Aber irgendwann hatte er 1000 Frauen und als er alt geworden war, neigten diese Frauen sein Herz anderen Göttern zu. In unserem Leben kann es viele Dinge geben, die unser Herz einnehmen und Neigungen hervorrufen, die uns vom Herrn wegführen. Schon viele hundert Jahre bevor Salomo seine Herrschaft begann, wurden die Könige gewarnt, sich viele Frauen zu nehmen (5.Mo17, 17). Salomo hat diesem Wort nicht gehorcht und wurde verführt, so wie es das Wort vorhergesagt hat. Der Herr kennt unsere Lebens-Situationen und hat uns in der Heiligen Schrift klare Weisungen gegeben. Hier ist alles enthalten, was wir für unser Leben brauchen. Es ist daher gut, auf das Wort zu achten.

Den großen Reichtum Christi erkennen

Wir lesen weiter in Eph.1:18-19

„und die Augen eures Herzens erleuchte, damit ihr erkennt, was die Hoffnung seiner Berufung ist, was der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen ist und was die überschwängliche Größe seiner Kraft ist an uns, die wir glauben, gemäß der Wirksamkeit der Macht seiner Stärke.“

Kennst Du die Hoffnung seiner Berufung, den Reichtum an Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen und die überschwängliche Größe seiner Kraft an uns, die wir glauben? Gott hat uns eine hohe Berufung gegeben. Wenn wir dies sehen, wird es unseren Wandel verändern. Gott hat auch ein reiches Erbe in den Geschwistern, die mit dir sind. Lasst uns um erleuchtete Augen dafür bitten. Schließlich hat Gott die Kraft der Auferstehung in uns hineingelegt. Wenn du mit deiner Kraft am Ende bist, dann ist Gottes Auferstehungskraft immer noch in dir wirksam. Seine Kraft ist da. Du kannst sie durch den Glauben erfahren.

Christus ist hoch über allem

Eph.1:20 bis 21:
„die er in Christus wirken ließ, indem er ihn aus den Toten auferweckte und ihn zu seiner Rechten in den Himmeln niedersetzte, hoch über jede Regierung und Gewalt und Kraft und Herrschaft und jeden Namen, der genannt wird, nicht allein in diesem Zeitalter, sondern auch in dem kommenden.“

Diese zwei Verse sind von gewaltiger Bedeutung. Es scheint fast unmöglich, sie zu verstehen. Wenn wir dies ergriffen haben, werden wir unseren Schwierigkeiten völlig anders begegnen. Niemand wird ohne Probleme durch das Leben kommen. Wir werden leiden müssen, um in das Reich Gottes einzugehen. Wenn wir jedoch den kennen, der sich hoch über jeder Regierung und Gewalt niedergesetzt hat, werden wir anders mit den Leiden umgehen.

Die Gemeinde ist sein Leib, die Fülle

Eph.1:22-23:
„und er hat alle Dinge unter seine Füße getan und hat ihn als Haupt über alles der Gemeinde gegeben, welche sein Leib ist, die Fülle des, der alles in allem erfüllt.“

Vers 22 zeigt die Stellung der Gemeinde in der Welt von heute. Wir werden auf andere Weise beten, wenn wir erkannt haben, welch eine Bedeutung die Gemeinde heute für Gott hat. Dann werden wir nicht mehr von unten nach oben beten, sondern umgekehrt von oben nach unten. Den, der alle Dinge unter seinen Füßen hat, ist der Gemeinde als Haupt über alles gegeben. Dies kann niemals theoretisch sein. Die Gemeinde ist der Leib des Herrn und alle wiedergeborenen Christen gehören dazu. Sie sind Glieder an seinem Leib und der Herr ist das Haupt des Leibes. Wenn dies nur eine Lehre ist, hat dies keine Bedeutung für dein Leben. Wenn wir diese Wahrheit jedoch ergriffen haben, werden wir uns dem Haupt völlig unterstellen und Teil haben am Aufbau der Gemeinde. Außerdem ist die Gemeinde auch die Fülle Gottes. Sie ist sein Ausdruck am jeweiligen Ort in der Einheit des Geistes. Wenn wir Christen alle das tun, was wir wollen und jeder ein anderes Ziel verfolgt, gibt es kein Zeugnis für den Herrn. Dann ist Christus nicht mehr unser gemeinsames Haupt. Wenn wir jedoch Christus als unser Haupt annehmen, kann Gott seinen Willen auf der Erde durch die Gemeinde geschehen lassen. Die Gemeinde ist daher für Gott von höchster Bedeutung. Sie ist das Verlangen seines Herzens, sein Wunsch, seine Wahl, sein Wohlgefallen und sein Ratschluss, den er heute ausführt, indem er alle Dinge lenkt. Er regiert und leitet alles in der Weise, dass sein Vorsatz zur Ausführung kommt. Wenn wir gesehen haben, dass wir seine Gemeinde sind, dann haben wir als Glieder seines Leibes Verantwortung vor unserem Gott.

Nicht abstumpfen

„Von ihm hätten wir viel zu sagen, doch es lässt sich (nur) schwer erklären, weil ihr im Hören abgestumpft seid. Denn während ihr der Zeit nach Lehrer sein solltet, bedürft ihr wiederum, dass man euch lehrt, was die Anfangsgründe der Aussprüche Gottes sind, und seid solche geworden, die Milch und nicht feste Speise brauchen. Denn wer (noch) Milch bekommt, der ist unerfahren im Wort der Gerechtigkeit, denn er ist ein kleines Kind; die feste Speise aber ist für Gereifte, die durch Gewöhnung geübte Sinne haben, Gutes und Böses zu unterscheiden“ (Hebr.5:11-14).

Auch wenn wir das Wort von der Gemeinde schon oft gehört haben, soll unser Herz niemals abstumpfen. Vielmehr lasst uns Christus hineinwachsen und auch feste Speise zu uns nehmen, das Wort der Gerechtigkeit. Dann werden wir erkennen, was der Wille Gottes ist.

Das Wort von Gottes ewigem Vorsatz in unseren Herzen bewahren

Lasst uns nie vergessen, wie wichtig die Gemeinde in Gottes Augen ist! Leider ist dies manchen Geschwistern verloren gegangen, weshalb sie jetzt andere Wege gehen. Die Gemeinde ist jedoch Gottes ewiger Vorsatz, den er in Christus Jesus gefasst hat. Vielleicht sehen wir manche Dinge in der Bibel unterschiedlich, der Ratschluss Gottes aber soll für uns alle fest und unveränderlich gelten. Er ist Gottes ewiger Vorsatz. Die Gemeinde soll für uns daher niemals etwas Gewöhnliches sein. Auch ist es für Gott nicht gleichgültig, wie wir mit der Gemeinde umgehen. Paulus mahnt uns: „wer den Tempel Gottes verdirbt, den wird Gott verderben“. Die Gemeinde ist im Herzen Gottes. Daher hat er sie uns offenbart. Lasst uns daher stets auf unsere Herzen Acht haben, dass sie aufnahmefähig für Gottes Sprechen bleiben und nicht beschwert werden durch die Dinge der Welt.

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