Unsere Suche nach Anerkennung

Kaum einer möchte meinen, dass diese dreißig Seiten aus Schweiß, Tränen und Zeit gemacht sind. Doch jetzt ist er fertig – mein Bericht. Der Bericht des letzten halben Jahres. Meiner Arbeit, an die ich in dieser Zeit einen Großteil meiner Freizeit, meiner Beziehung – wenn ich mal wieder komplett angespannt und geschafft nach Hause kam und dann weder ausführlich reden oder Konflikte lösen konnte und wollte – und eventuell sogar meinen Verstand verloren habe.

Ich muss sagen ein bisschen stolz bin ich schon. Er sieht gut aus. Ich weiß, dass alle Fehler behoben wurden und ich das Projekt sehr gut abschließen konnte. Auf mein Klopfen antwortet mein Chef mit einem „Herein“. „Der Abschlussbericht.“ sage ich und lege ihm den gehefteten Stapel Papier auf den Tisch. „Wurde auch Zeit.“ sagt er. Als ich den Raum verlassen will, hält er mich noch kurz zurück. Er hält mir einen neuen gehefteten Stapel Papier hin. „Das müsste auch noch bis morgen erledigt werden.“…

Wo bleibt die Anerkennung?

In unserer Welt geht es immer schneller und schneller, die Konkurrenz muss ausgestochen werden, man muss sich an den Wandel der Zeit anpassen. So kommt es, dass der Wettbewerb und der Druck nach guten Leistungen immer stärker werden. Das fängt schon in der Schule an. In manchen Ländern werden in Schulen nach einer Klausur die Leistungen der ganzen Klasse aufgehängt und jeder kann sehen wer der Beste und wer der Schlechteste war.

Wir alle stehen unter diesem Leistungsdruck und geben daher alles, um nicht genau einer dieser Schlechtesten zu sein. Wir wollen und müssen erfolgreich sein. Aber selbst der Beste in der Klasse kann sich sicher sein, dass er eines Tages genauso vor seinem Chef steht und seine Leistung nicht anerkannt wird.

Weil wir ersetzbar sind.

Selbst der Beste kann durch einen ebenso Besten ersetzt werden.

DUDEN definiert die Anerkennung so: An – er – ken – nung
Bedeutung: Würdigung, Lob, Achtung, Respektierung
Beispiele: Das Anerkennen von Leistungen, nach Anerkennung dürsten, keine Anerkennung finden „Nach Anerkennung dürsten.“

Durst, ein körperliches Verlangen nach etwas Essentiellem für das Überleben.So wie Wasser für unseren Körper lebenswichtig ist, so braucht unsere Seele auch Anerkennung.

Schwachheit ist verachtet

Aber warum ist uns die Anerkennung so wichtig? Weil unser Wert darin bemessen wird, was wir können und was wir leisten. Ohne ein gutes Zeugnis kein Versetzen in die nächste Klasse oder keine gute Ausbildung möglich. Wenn dein letztes Arbeitszeugnis schlecht ausfällt, wird es schwer einen neuen Job zu bekommen. Wird man in einer Gruppe nicht anerkannt, ist man schnell der Außenseiter.

Ein Schwächling ist nichts in unserer Welt wer nichts kann, ist auch nichts.

Und daher mühen wir uns weiter. Vernachlässigen Bedürfnisse, Träume, Wünsche. Arbeiten härter als jeder andere und passen uns Hierarchien an. Tun alles, um in der Rangfolge aufzusteigen. Damit wir stark und angesehen bleiben.

Doch was, wenn wir aus irgendeinem Grund, die erwartete Leistung nicht mehr erbringen können? Durch Krankheit, äußere Umstände oder Schicksalsschläge, die uns psychisch schwach werden lassen? Wo ist dann unser Wert?

Die WHO definiert Depression als die größte Krankheitslast global. Krankheit und Schwachheit werden in unserer Welt als Belastung bezeichnet, wirtschaftlich und gesellschaftlich.

Und selbst der, welcher heute stark ist, muss irgendwann erkennen, dass seine Anerkennung nur so lange währt wie sein Können. Die Fußballlegende Gert Müller starb allein und alkoholkrank. Sein Tun war wertlos geworden.

Wertvoll ohne Gegenleistung

Bei wem sind wir wertvoll ohne etwas dafür leisten zu müssen?

Die gute Nachricht: Es gibt jemanden, der genau dies tut und noch viel mehr.

Eine Mutter liebt ihr Kind von der ersten Sekunde an, ohne dass es etwas dafür tun musste. Genauso liebt Gott uns trotz unserer Fehler!

Gott erwartet nichts von uns und schenkt uns doch so viel. Für ihn sind wir so wertvoll, dass er alles gegeben hat, damit wir ihm nah sein können. Er hat dafür das Allerwichtigste bezahlt, das er hatte.

Die Bibel beschreibt uns als eine Perle, für die ein Kaufmann alles verkaufte was er besaß, um diese eine Perle zu kaufen.

Für Gott sind wir Perlen

Und dass, obwohl er uns bis in unser tiefstes Inneres kennt. „Deine Augen sahen mich, da ich noch nicht bereitet war, und alle Tage waren in dein Buch geschrieben, die noch werden sollten und von denen keiner da war.“Die Bibel Psalm 139:16

Gott kennt uns. Er sieht unsere Probleme, unsere geheimsten Schwächen.

Gott sieht uns. Er sieht uns in jeder Lage unseres Lebens. Er sieht unsere Sorgen, Ängste, Wünsche und Träume.

Gott ist da. Vor Gott müssen wir uns nicht verstellen, ihm müssen wir nichts beweisen und nicht so tun, als könnten wir alles. Niemand kann alles. Jeder hat mal Angst, macht Fehler oder braucht Hilfe.

Und Gott verurteilt uns nicht. Er weiß, dass wir nicht perfekt sind. Er hat uns gemacht. Gott sieht im Gegensatz zu deinem Chef, deinem Lehrer oder deinem Bekannten dein Herz.

„Denn der Mensch sieht auf das, was vor Augen ist, aber der HERR sieht auf das Herz.“

Die Bibel, 1.Samuel 16:7

Denn Gott liebt uns. Er hat uns zuerst geliebt ohne Gegenleistung. Wir müssen nicht erst eine eins in Mathe, eine Zusatzqualifikation für den Lebenslauf, einen Doktortitel haben. Wir müssen uns nicht vorbildlich verhalten, besonders nett, besonders gut im Sport sein.

Und dieser große Gott will jetzt eigentlich nur eines von uns. Er will unsere Aufmerksamkeit. Er will, dass wir ihn kennen lernen, um ihn dann unweigerlich zurück zu lieben. Das ist das größte Gebot: „Du sollst Gott lieben.“

Wenn Sie noch skeptisch sind lade ich sie dazu ein, Gott einmal eine Chance zu geben. Vielleicht fangen Sie doch einmal an im meistverkauften Buch der Welt zu lesen, um sich selbst eine Meinung über diesen Gott zu machen.

„Das Wichtigste ist, dass man nicht aufhört zu fragen.“
(Albert Einstein)

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