Von der Kostbarkeit, Jesus zu kennen

Jesus zu kennen, ist das Kostbarste im menschlichen Leben. Das habe ich entdeckt und möchte gerne auch andere daran teilhaben lassen. Jesus ist anders als wir denken. Man hat ja so einiges über ihn gehört und hat seine Vorstellungen, doch wer kennt ihn wirklich? Wenn wir ihn kennenlernen, wird es unser ganzes Leben entscheidend verändern.

green tree during sunset
Photo by Skitterphoto on Pexels.com

Ein neues Leben

Viele Menschen in Deutschland haben schon als Kind einiges über den Glauben gehört. Auch ich lernte die Geschichten der Bibel schon als Kind kennen. Ich hörte gerne zu und empfand dort die Größe und liebende Fürsorge Gottes. Trotz widriger Umstände und großer Schwierigkeiten zeigte sich in diesen Berichten immer wieder Gottes souveräne Hand und seine Güte zu uns Menschen. Hier konnte ich mich zu Hause fühlen und war geborgen. Mit 16 Jahren nahm ich an einer Veranstaltung der Kirche teil. Der Redner legte uns Zuhörern nahe, nicht nur zu Gott zu kommen, sondern auch Jesus ins Herz aufzunehmen und mit ihm eine vertraute Beziehung zu beginnen. Ich spürte ein starkes inneres Drängen, mein Herz für Jesus zu öffnen. Zunächst traute ich mich nicht, aber dann wagte ich es doch noch.  Ich weiß nicht mehr, wie das geschah, aber ich weiß noch sehr genau, dass ich an jenem Abend voller Freude war. Ich hatte keine Ahnung, dass mit diesem Schritt eine Beziehung begonnen hatte, die mein Leben völlig neu ausrichten sollte.

Irrwege

Doch zunächst ging es leider nicht weiter mit dem neuen Leben. Viele andere Einflüsse stürmten auf mich ein und ich sah keine Möglichkeit, in meiner persönlichen Situation auf diesem Weg weiter zu gehen. Zu Hause als ein Gläubiger zu leben und in der Schule nicht, das wollte ich nicht. So war ich hin und hergerissen und hatte eine Zeitlang viele innere Kämpfe, bis ich mich am Ende vollständig wieder gegen Jesus entschied und beschloss, Atheist zu werden. Ich beschäftigte mich mit kommunistischem Gedankengut, ging mit auf Demonstrationen und trug Plakate mit allerlei Parolen. An der Uni war ich dabei, als ein Streik gegen die Regelstudienzeit organisiert wurde. Doch in mir blieb alles leer und in einem großen Durcheinander. Das Empfinden dieser Leere nahm immer mehr zu, bis mir die Beschäftigung mit den politischen Themen zutiefst zuwider wurde. Ich begann mich für Buddhismus zu interessieren und las einige Bücher, die mich faszinierten. Hier war etwas, das den Verstand übersteigt, das geheimnisvoll und nicht langweilig erschien. 

Wie sollte es weitergehen? Sollte ich nach Indien reisen, um dort den Buddhismus besser kennenzulernen? Zu der Zeit machte ich mit ein paar Mitstudenten eine Reise nach Wales. Oft verbrachte ich dabei viel Zeit am Meer. Das Rauschen der Brandung, das Kreischen der Möwen, die steilen Felsen der Küste, die weiten Ausblicke auf das Meer bis zum Horizont, all dies faszinierte mich. Stundenlang konnte ich sitzen und die gewaltige Schönheit der Natur auf mich wirken lassen. An einem Morgen strahlte die Küste in einem besonderen Licht. In der Nacht hatte es geregnet und alles glitzerte und glänzte. Dies Zeugnis der Schöpfung beeindruckte mich so stark, dass spontan der Glaube an Gott wieder in mir lebendig wurde. Später habe ich im Psalm 19 gelesen: „Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes und die Feste verkündigt seiner Hände Werk. Jeder Tag erzählt mehr als der zuvor und jede Nacht zeigt neu Erkenntnis, ohne Sprache und ohne Worte, unhörbar ist ihre Stimme.“ Das war meine Erfahrung. Die Schöpfung spricht zu uns Menschen auch ohne Worte. Da müssen alle klugen Argumente der Atheisten verstummen.

Erneute Umkehr zu Jesus

Den Glauben an Gott hatte ich wieder gefunden, doch nicht den Glauben an Jesus. Mit ihm konnte ich nichts anfangen. Wieder zurück in Deutschland, besuchte ich meine Eltern. Dort lernte ich einen jungen Mann kennen, der für ein paar Tage auch bei meinen Eltern wohnte. Wir freundeten uns an. Er war wie ich auch ein Naturbursche und liebte es, allein lange Wanderungen zu unternehmen. Etwas hatte er mir voraus: Er kannte Jesus und hing an ihm von ganzem Herzen. Was er mir darüber erzählte, beeindruckte mich jedoch kaum. Die Zeit ging vorbei und er musste wieder abreisen. Zum Abschied betete er zusammen mit mir. Ich weiß nicht mehr, was er gesagt hat, aber seine Weise zu beten rührte mich einfach an. Als Kind hatte ich oft gebetet und es von Herzen getan, wie dies viele Kinder tun. Dieser Glaube, der da im Inneren entsteht, ist sehr kostbar. Das Gebet meines Freundes hat an diese Erfahrung angeknüpft. Spontan war ich auf einmal bereit, Jesus Christus erneut in mein Leben aufzunehmen. Diese Entscheidung kam nicht durch gute Argumente oder Gefühlsbeeinflussungen, sie kam einfach. Die Bibel drückt es so aus: Gottes Güte leitet uns zur Buße. Dann betete ich und öffnete Jesus erneut mein Herz, diesem Jesus, den ich noch vor wenigen Monaten entschieden abgelehnt hatte. Mir kamen die Tränen. Ich hatte wieder gefunden, was ich verloren hatte.

Fortschritte im Glauben

Von da an veränderte sich mein Leben. Was vorher sinnlos war, hatte jetzt seine klare Bedeutung. Ich wusste, warum ich lebte und begann mehr und mehr alle Dinge in einem anderen Licht zu sehen. Das Studium, das ich zuvor nur nebenbei betrieben hatte, setzte ich nun mit angemessenem Einsatz und gutem Erfolg fort. Und ich begann, in der Bibel zu lesen. Früher hatte sie mir nicht viel gesagt, aber jetzt hatte ich große Wertschätzung für dieses Buch. Nach den vielen Jahren der Leere und Nichtigkeit, saugte ich ihre Worte auf wie ein ausgetrockneter Schwamm. Nach wenigen Wochen lernte ich Christen kennen, mit denen ich Gemeinschaft über den Glauben haben konnte. Von ihnen hörte ich viele weitere Kostbarkeiten des Lebens mit Jesus kennen. Eine davon war, dass wir Menschen tief in uns einen Geist haben, der die Dinge Gottes erkennen kann. Der Verstand ist dazu nicht in der Lage. Was der Geist uns lehrt, ist niemals unvernünftig, sondern ist von tiefer und erleuchtender Einsicht. Die Argumente des Verstandes reichen an dieses innere Erkennen und Sehen des Geistes niemals heran.

Der Apostel Paulus schreibt dazu: „Aber wie geschrieben steht: Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und was in keines Menschen Herz emporgestiegen ist, wie vieles Gott bereitet hat denen, die ihn lieben. Uns nämlich hat es Gott offenbart durch den Geist; denn der Geist erforscht alle Dinge, auch die Tiefen Gottes“ (1.Kor.2:9,10).

Bei Jesus ankommen

Jede Hinwendung zu unserem Gott ist sehr kostbar. Wie dies geschieht, ist sehr verschieden. Gott hat mit jedem Menschen seinen besonderen Weg. Bei manchen geht es ganz einfach und schnell, bei anderen braucht es eine lange Zeit. Aber das ist alles nicht so wichtig. Entscheidend ist nur eines: dass wir bei ihm ankommen.

Kommentar verfassen