Gott beruft Abraham

Gott hatte die Erde wunderbar geschaffen und Adam und Eva in einen Garten gesetzt. In der Mitte des Gartens gab es zwei besondere Bäume, den Baum des Lebens und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen. Abgesehen vom Baum der Erkenntnis durfte der Mensch von allen Bäumen essen. Leider entschied der Mensch sich jedoch gegen Gott und aß vom Baum der Erkenntnis. Dadurch kam der Tod in den Menschen und er musste den Garten verlassen. Auch wenn Adam und Eva nicht sofort starben, der Mensch lebte jetzt ohne Beziehung zu Gott. Zwischen den Söhnen von Adam und Eva gab es Eifersucht und den ersten Mord. Der Mensch entfernte sich so weit von Gott, dass Gott die Erde richten musste und die Sintflut schickte. Nur Noah und seine Familie überlebten in der Arche. Gott gab dem Menschen nach der Sintflut erneut den Auftrag, sich zu mehren und die Erde zu füllen. Der gefallene Mensch entfernte sich aber wieder von Gott und betete Götzen an. Da entschloss sich Gott, die Erde zurückzugewinnen. Dazu berief er Abraham.

Abraham, ein Mensch wie wir

Abraham lebte in Ur in Chaldäa, als Gott ihm erschien und zu ihm sprach:

Und der HERR sprach zu Abram: Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will. Und ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein.

1.Mose 12:1-2

Die Chaldäer beteten Götzen an. Ebenso tat es Terach, Abrahams Vater (Josua 24:2). Wahrscheinlich hatte auch Abraham zu dieser Zeit mit Götzen zu tun. Außerdem war Abrahams Frau Sarai unfruchtbar. Menschlich gesehen war es für sie unmöglich, Kinder zu bekommen. Jedoch berief Gott genau diesen Abraham (damals noch Abram) und gab ihm die Verheißung, ihm ein Land zu geben und ihn zu einem großen Volk zu machen.

Wir sind ganz genau so. Gott hat uns aus Gnade erwählt, nicht aufgrund unserer guten Werke. Wir sind nicht gerecht wie Noah, untadelig unter unseren Zeitgenossen, noch leben wir immer mit Gott in dieser finsteren Zeit. Wir sind wie Abraham: Berufen aus Gnade, aber im natürlichen Sein unfähig, Gottes Willen zu tun. Dennoch hat Gott uns herausgerufen. Gottes Plan ist es heute nicht, soziale Gerechtigkeit auf der Erde herzustellen. Gott ruft uns heraus aus allem Alten, um etwas Neues anzufangen und sein Reich auf die Erde zu bringen. Wir sind in der Welt, aber nicht von der Welt.

AdamNoahAbraham
Und der HERR, Gott, pflanzte einen Garten in Eden im Osten, und er setzte dorthin den Menschen, den er gebildet hatte.
(1.Mose 2:8)
Dies ist die Generationenfolge Noahs: Noah war ein gerechter Mann, untadelig war er unter seinen Zeitgenossen; Noah lebte mit Gott.
(1.Mose 6:9)
Sprach Josua zum ganzen Volk: So spricht der HERR, der Gott Israels: Eure Väter wohnten vorzeiten jenseits des Stroms, Terach, Abrahams und Nahors Vater, und dienten andern Göttern. (Josua 24:2)
Und Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und vermehrt euch, und füllt die Erde, und macht sie euch untertan.
(1.Mose 1:28a)
Und Gott segnete Noah und seine Söhne und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und vermehrt euch und füllt die Erde!
(1.Mose 9:1)
Geh aus deinem Land und aus deiner Verwandtschaft und aus dem Haus deines Vaters in das Land, das ich dir zeigen werde!
(1.Mose 12:1)
Vergleich zwischen Adam, Noah und Abraham

Gott erscheint

Gott erscheint Abraham mehrmals. Es ist erstaunlich zu sehen, dass Abraham zu Beginn seines Lebens mit Gott kein Glaubensheld war. In 1.Mose 11:31 lesen wir, dass Terach, der Vater Abrahams, seine Familie nahm und nach Haran auszog. Obwohl Gott zu Abraham gesprochen hatte, scheint er nicht ausgezogen zu sein. Der Name Terach bedeutet „Verzögerung“. Erst als Terach in Haran gestorben war und Gott Abraham erneut erscheint, macht Abraham sich auf den Weg nach Kanaan.

Auch für uns Christen ist es wichtig, Gottes Erscheinen zu erfahren. Wenn wir die Bibel lesen, wollen wir darin Gott sehen und Leben berühren. Das Erscheinen Gottes wirkt in uns neues Vorangehen. Wir sollen Gottes Erscheinen sogar lieben, so kommen wir ans Ziel:

Hinfort liegt für mich bereit die Krone der Gerechtigkeit, die mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag geben wird, nicht aber mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung liebhaben.

2.Timotheus 4:8

Auch wenn wir manchmal von bestimmten Dingen aufhalten lassen, ist Gott treu. Er wartet, bis wir bereit sind, ihm zu folgen. Am besten ist es aber, Gott sofort zu folgen.

Gott verheißt

Als Gott Abraham herausrief, gab er ihm auch eine Verheißung. Gott verhieß Abraham, ihm ein Land zu geben und ihn zu einem großen Volk zu machen. Genau wie Abraham, sind auch wir herausgerufen und sollen ein Erbe bekommen.

Ermahnt und getröstet und beschworen haben, euer Leben zu führen würdig vor Gott, der euch berufen hat zu seinem Reich und zu seiner Herrlichkeit.

1.Thessalonicher 2:12

 So bist du nun nicht mehr Knecht, sondern Kind; wenn aber Kind, dann auch Erbe durch Gott.

Galater 4:7

Wenn wir dem Herrn treu im Glauben folgen, werden auch wir ein Erbe bekommen. Wie Abraham in Kanaan ein Fremder war und der Verheißung Gottes glaubte, so sind auch wir Fremde und Pilger auf der Erde. Viele Generationen später kam das Volk Israel schließlich in das Gute Land hinein und nahm dieses Erbe in Besitz. Ebenso möchte Gott, dass wir zur Reife kommen und mit Jesus auf der Erde herrschen. Wir haben eine große Verheißung bekommen!

Abraham, der Vater des Glaubens

Mit Abraham hat Gott ein neues Werk begonnen. Er berief Abraham und fing an, ihn umzuwandeln. Schließlich ließ Gott sich sogar der „Gott Abrahams“ nennen. Hätte Abraham Gott nicht zum Ausdruck gebracht, wäre dieser Name eine große Schande für Gott. Abraham glaubte Gott aber und so konnte Gott ihn umwandeln und zum Vater des Glaubens machen. Heute haben wir Gottes Leben in uns, wir sind Gottes Kinder. Gott gibt uns keine äußerlichen Gebote, sondern wandelt uns von innen her um.

Gott bringt sein Reich und seine Herrschaft auf die Erde

Als Abraham in Kanaan ankam, schlug er sein Zelt zwischen Bethel und Ai auf. Bethel bedeutet „Haus Gottes“. Auch wir sind nicht als Einzelchristen berufen, sondern in sein Haus, die Gemeinde. Damals machte Gott Abraham zu einem Volk mit einem Land. Dieses Volk sollte Gottes Herrschaft auf einer verdorbenen Erde zum Ausdruck bringen. Heute möchte Gott in unserem Leben und in der Gemeinde herrschen. Sind wir uns dieser Tatsache bewusst? Wo ich hingehe, soll Gottes Reich, Gottes Herrschaft zum Ausdruck kommen!

Lasst uns unserer hohen Berufung würdig wandeln und mit Ausdauer laufen! Gott erwartet von uns keine Perfektion, nur Glaube.

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