Die Einnahme Jerichos

„Durch Glauben fielen die Mauern Jerichos, nachdem man sie sieben Tage umzogen hatte.“

Hebräer 11:30

Unser Christenleben ist oftmals anders als wir es uns vorstellen und obwohl wir Jesus lieben und ihm von Herzen dienen wollen, erfahren wir sehr oft innere und äußere Widerstände. Diese Widerstände können manchmal stark sein wie Bollwerke und uns daran hindern in den Genuss des Guten Landes zu kommen, also den Reichtum Christi, den Gott für uns vorbereitet hat, zu erfahren.

Doch Gott ist auf unserer Seite, wie er auch damals mit dem Volk Gottes war und wie damals die Mauern Jerichos fielen, können wir auch heute mit Gott all diese Hindernisse überwinden. Die Bibel zeigt uns wie.

Nachdem ich mit 14 Jahren ein einfaches Gebet gesprochen habe: “Herr Jesus komme Du bitte in mein Leben hinein und vergib mir bitte meine Schuld” kam ein großer Friede und eine bisher nie gekannte Freude in mein Herz. Mir war von da an klar, Jesus ist ab jetzt mein Herr und ihm will ich folgen und ihn will ich lieben. Die Gemeinschaft mit ihm ist immer voller Leben, voller Freude, voller Ermutigung und er gibt auch Leitung für mein Leben.

In dachte mir, ab jetzt kann es nur noch bergauf gehen, doch mir war noch nicht so klar, dass es im Christenleben auch mal Täler zu durchlaufen gilt und ich auch lernen muss gemeinsam mit dem Herrn Jesus gegen Widerstände zu kämpfen.

Doch genau diese Erfahrung musste das Volk Gottes im Alten Bund machen, denn als sie in das Gute Land gehen wollten, mussten sie zuerst das Jordantal durchqueren und fanden sich somit im tiefsten Tal der Welt wieder und damit noch nicht genug, waren sie dort mit Jericho, der am tiefsten gelegenen Stadt der Welt konfrontiert, die mit hohen und dicken Mauern befestigt war. Ich könnte mir vorstellen, dass sich die Kinder Israel den Einzug ins Gute Land anders vorgestellt haben.

Die Einnahme Jerichos, ein geistlicher Kampf

Auch in unserem Christenleben gibt es Situationen, in denen wir uns plötzlich geistlich in einem tiefen Tal befinden und vor uns ein stark befestigtes Bollwerk steht.

„Denn obwohl wir im Fleisch wandeln, kämpfen wir doch nicht nach dem Fleisch, denn die Waffen unseres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig bei Gott, zu zerstören Befestigungen; wir zerstören Vernunftschlüsse und alles Hohe, das sich gegen die Erkenntnis Gottes erhebt, und nehmen jeden Gedanken gefangen zum Gehorsam Christi“ (Hebräer 10:3-5)

In diesen Bibelversen vergleicht Paulus Befestigungen mit Vernunftschlüssen. So oft haben wir „vernünftige“ Argumente für unsere Standpunkte und halten starr daran fest (vgl. Josua 6:1), aber diese können massiv dem Wirken Gottes entgegenstehen und hindern uns oft den Herrn Jesus in einer reicheren Weise zu erfahren. Beispiele für solche Vernunftschlüsse können sein: Ich bin zu schwach um Gott zu dienen; Gott braucht mich nicht für sein Werk; Ich bin zu schüchtern um anderen von Evangelium zu erzählen,…

Diese Liste könnte noch lange fortgesetzt werden und sicherlich hat jeder hier seine eigenen Vernunftschlüsse, die so hinderlich sind und uns wie Bollwerke entgegenstehen und daher zerstört werden sollen.

Doch Josua Kapitel 6 zeigt uns, dass uns solch eine Situation keinesfalls entmutigen soll, sondern Gott ist mit uns und zeigt uns die Lösung.

Jericho aber war verschlossen und verriegelt vor den Kindern Israels, sodass niemand heraus- oder hineingehen konnte. Und der HERR sprach zu Josua: Siehe, ich habe Jericho samt seinem König und den tapferen Kriegern in deine Hand gegeben. Darum sollt ihr um die Stadt ziehen, alle Kriegsleute, einmal rings um die Stadt herum. So sollst du es sechs Tage lang tun. Und sieben Priester sollen sieben Hörner des Halljahres vor der Lade hertragen; und am siebten Tag sollt ihr siebenmal um die Stadt ziehen, und die Priester sollen in die Schopharhörner stoßen. Und es soll geschehen, wenn man das Horn des Halljahres bläst und ihr den Ton des Schopharhornes hört, so soll das ganze Volk ein großes Kriegsgeschrei erheben. Dann werden die Stadtmauern in sich zusammenstürzen, und das Volk soll hinaufsteigen, jeder gerade vor sich hin!

Josua 6:1-5

Erstaunlich ist in Josua Kapitel 6, dass hier 10 mal die Bundeslade erwähnt wird, die die Gegenwart Gottes darstellt. Zudem trugen die Priester die Hörner des Halljahres mit sich.

Diese Hörner, auch Jubelposaunen genannt, sind ganz speziell, denn sie wurden damals
nach 7 Sabbatjahren (7x7Jahre=49Jahre) geblasen und im 50. Jahr gab eine große Freude, denn alle die arm und versklavt waren, wurden plötzlich frei und kamen wieder zu ihrem Eigentum. (vgl. 3.Mose 25:8-24, Lukas 4:18-21)

Durch das Erlösungswerks des Herrn Jesus wurden wir auch frei und reich, und wir können den Gott den Vater und den Sohn reichlich dafür loben. Selbst wenn wir geistlich Widerstände erfahren und eine Befestigung vor uns ist, können wir diese gemeinsam mit Gott im Gebet mit Lob umrunden und Gott wird uns den Sieg schenken und all diese Befestigungen zum Einsturz bringen, damit wir das Gute Land ganz einnehmen und die Früchte und den Reichtum des Landes genießen können.

Lasst uns also nicht auf die Hindernisse, sondern auf unseren mächtigen Gott und auf das Gute Land schauen, dass wir den unausforschlichen Reichtum Christi (vgl. Epheser 3:8-21) noch mehr erfahren.

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