Von Adam bis Abraham

Eine kurze Zusammenfassung wichtiger Punkte und Ereignisse in 1.Mose 1 – 11.
Zwei Linien ziehen sich konsequent durch die Geschichte: das Fleisch und der Geist.

Geschichte in 1.Mose Kapitel 1 – 11

Kain und Abel

Nach dem Fall des Menschen zur Zeit von Adam und Eva hatte Gott immer wieder einzelne Personen, die ihm treu dienten. In 1.Mose 4 sehen wir Abel, der Gott ein wohlgefälliges Opfer darbrachte. Sein Bruder Kain dagegen brachte Gott ein Opfer von den Früchten des Feldes dar, was Gott nicht annahm. Aus heutiger Sicht mögen wir uns fragen, woher Kain wissen sollte, dass er keine Früchte von seinem Feld opfern durfte. Der Punkt hier ist jedoch: Gott möchte nicht, dass wir ihm mit unserer eigenen Kraft und irdischen Dingen dienen. 

Kain wurde daraufhin eifersüchtig und ermordete seinen Bruder Abel. So schnell war der Tod ganz im Menschen durchgedrungen. In 1.Mose 4:16 lesen wir dann: Und Kain ging hinweg von dem Angesicht des HERRN und wohnte im Land Nod, östlich von Eden.

Von Gott wegzugehen, darf für uns nie eine Option sein. Egal wie tief wir gefallen sind, wir können heute immer das reinigende Blut Jesu in Anspruch nehmen und uns zu Gott zurückwenden.

Die Nachfahren Kains entfernten sich daraufhin immer weiter weg von Gott. Kain baut eine Stadt und nennt sie nach seinem Sohn Henoch. Dieser Henoch ist jedoch nicht derselbe, der mit Gott wandelte (1.Mose 5:18, 22). Seine weiteren Nachfahren sind Handwerker und Musiker. 

Auch hier fragen wir uns vielleicht, was daran so schlimm ist. Es ist natürlich nichts Verkehrtes daran, ein Handwerker oder Musiker zu sein. Auch hier ist wieder der Punkt, dass es im natürlichen Menschen und in Gottferne geschieht. In 1.Mose 4:23 sehen wir schon eine erste Frucht davon. Ein Mann aus den Nachkommen Kains, Lamech, heiratet zwei Frauen und rühmt sich seiner Gewalttätigkeit: Und Lamech sprach zu seinen Frauen: „Ada und Zilla, hört meine Stimme! Ihr Frauen Lamechs, vernehmt meinen Spruch! Einen Mann erschlug ich, weil er mich verwundet, einen jungen Mann, weil er mich geschlagen hat!“

Auch hier ist diesen Lamech dürfen wir nicht verwechseln mit dem Lamech aus 1.Mose 5:26-30, der der Vater Noahs war.

Von Seth bis Noah

Während die Linie Kains sich immer weiter von Gott wegentwickelt, gibt Gott Adam und Eva einen weiteren Sohn: Seth (1.Mose 4:25). Von den Nachkommen Seths lesen wir weder, dass sie Städte gebaut hätten, noch dass sie besondere Talente gehabt hätten. Jedoch finden wir unter den Nachfahren Seths mehrere Männer, die eine Beziehung zu Gott hatten und mit ihm wandelten.

Von Seths Sohn, Enosch, lesen wir, dass man zu seiner Zeit anfing, den Namen des HERRN anzurufen (1.Mose 4:26). Einige Zeit später finden wir unter Seths Nachkommen einen Henoch, der mit Gott wandelte und entrückt wurde. Schließlich einen Lamech, der den Noah zeugte.

Von Noah lesen wir, dass er ein gerechter und untadeliger Mann war vor Gott. In all dem Niedergang um ihn herum baute er die Arche nach Gottes Geheiß.

Das ist die Linie des Geistes. Wir sehen äußerlich keine großen Werke noch starke Männer, und doch ist dies die Linie, die dem Gericht durch die Flut entgeht.

Nachdem Gott durch die Flut die Welt gerichtet hatte, segnet er den Menschen und gibt ihm nochmals den Auftrag (1.Mose 9:7): Ihr aber, seid fruchtbar und mehrt euch und breitet euch aus auf der Erde, dass ihr zahlreich werdet darauf. Außerdem schließt Gott einen Bund mit dem Menschen, dass er die Erde nicht nochmal mit Wasser richten wird (1.Mose 9:11). Leider setzt der Niedergang schnell wieder ein und der Mensch wendet sich erneut von Gott ab.

Von Nimrod bis Babel

Ham, einer der drei Söhne Noahs sieht seinen Vater Noah nackt und betrunken in seinem Zelt liegen. Da er die Blöße seines Vaters nicht zudeckt, sondern seinen Brüdern davon erzählt, verflucht ihn Noah. Dies soll auch uns eine Warnung sein. Nicht, dass wir Sünde übergehen sollen, aber die Schwachheiten der Brüder herumzuerzählen, ist in Gottes Augen sehr böse.

Dieser Ham zeugt Kusch und dieser zeugt Nimrod (1.Mose 10:8-10). Von Nimrod heißt es, dass er ein gewaltiger Jäger war. Er übte Gewalt über andere aus und hatte ein Königreich, dessen Anfang war Babel. Wenn wir daran denken, dass sich der Herr Jesus als der gute Hirte vorstellt, dann verstehen wir, was der Jäger bedeutet. Der Hirte kennt seine Schafe und möchte, dass es ihnen gut geht. Der Jäger kennt die Tiere, die er erlegt, nicht. Es liegt ihm auch nichts daran, dass es ihnen gut geht, er tötet die Tiere.

Der Fall des Menschen geht immer weiter. Schließlich versteigt er sich dazu, einen Turm zu bauen, der bis an den Himmel reicht. Damit wollten die Menschen sich einen Namen machen, um nicht über den ganzen Erdboden zerstreut zu werden (1.Mose 11:4). Gott richtet dieses Werk, indem er die Sprachen der Menschen verwirrt. Daraufhin zerstreuen sich die Menschen und der Bau kommt zum Erliegen. So ist die menschliche Einheit ohne Gott. In der Apostelgeschichte (Kapitel 2) sehen wir, dass Gott trotz verschiedener Sprachen zusammenführen kann. Menschliches Bauen dagegen führt zu Verwirrung und Zerstreuung.

Abraham

An dieser Stelle beginnt Gott sein Wiederherstellungswerk. Während der gefallene Mensch Städte und Türme baut, beruft Gott Abraham. Abraham war ein Nachkomme Sems und seine Frau, Sarai, war unfruchtbar (1.Mose 11:30). Genau diesen Mann wählt Gott aus, um ihn zu einem großen Volk zu machen (1.Mose 12:1-2) und seine Herrschaft wieder auf die Erde zu bringen. Bei den Menschen ist dies völlig unmöglich, bei Gott aber sind alle Dinge möglich!

Zuerst jedoch ruft Gott Abraham heraus: Heraus aus seinem Land und aus seiner Verwandtschaft. Das entspricht Gottes Wirken heute mit uns. Wir sind herausgerufen aus der Welt (2.Korinther 6:16-18). Gleichzeitig ruft Gott Abraham auch, in das gute Land hineinzuziehen. Hier sehen wir wieder eine Parallele zu uns heute: Gott ruft uns in sein Reich hinein (1.Thess. 2:12) und hat uns Christus als gutes Land gegeben.

Zu Beginn des ersten Buches Mose sehen wir Abel, Enosch, Henoch und Noah. Diese Männer standen in einer Zeit des Niedergangs für Gott, wie Sterne am schwarzen Nachthimmel. Bei Abraham war es am Anfang nicht so. Er hört zwar Gottes Ruf, zieht aber erst aus, als sein Vater Terach sich auf den Weg macht (1.Mose 11:31). Zuerst geht die Reise auch nicht nach Kanaan, sondern endet auf halber Strecke in Haran. Als Terach gestorben war, macht sich Abraham endlich auf den Weg nach Kanaan, nimmt jedoch seinen Neffen Lot mit (1.Mose 12:5). Erkennen wir uns darin nicht wieder? Wie oft hören wir nicht richtig, wenn Gott spricht? Und dennoch ist Gott gnädig und erscheint uns immer wieder aufs Neue, wenn wir Schritte im Glauben tun. So war es auch bei Abraham. Als er in Kanaan ankam erschien ihm Gott wieder und erneuerte seine Verheißung, Abraham das Land zu geben. Bethel, wo Abraham sich in Kanaan niedergelassen hatte, bedeutet „Haus Gottes“. Dort baute er Gott einen Altar und rief den Namen des HERRN an. Gottes Erscheinen wirkt neue Hingabe in uns. Leider verlässt Abraham das Land Kanaan schon bald wieder aufgrund einer Hungersnot und zieht nach Ägypten. Wie oft haben wir schon Sättigung in der Welt gesucht, wenn wir geistliche Hungersnot verspürten? Durch Abrahams Ausflug nach Ägypten wirkt Gott weiter an ihm und Abraham kehrt nach Kanaan zurück. Ebenso sehen wir Gottes Wirken an Abraham durch alle anderen Situationen in seinem Leben: Die Trennung von Lot, Gottes Bund mit Abraham, Ismael, Isaak, und viele mehr.

Durch all diese Situationen lernt Abraham Gott kennen und wird von Gott behandelt. Schließlich wird Abraham sogar als Freund Gottes bezeichnet (2. Chr. 20:7; Jes. 41:8; Jak. 2:23).

Bei Abraham geht es jedoch nicht nur um die persönliche Beziehung zu Gott. Vielmehr macht Gott wieder einen Anfang, um sein Reich und seine Herrschaft auf die Erde zu bringen.

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