Die zehn Jungfrauen warten auf die Hochzeit

Das Gleichnis von den zehn Jungfrauen in Matthäus 25 gibt uns Einblick in das Werk Gottes in der heutigen Zeit. Es ist ein sehr schönes Gleichnis, handelt es doch von einer Hochzeit und von Menschen, die sich darauf vorbereiten. Außerdem zeigt es auch den ganzen Ernst unseres Christenlebens: Wie wir heute leben, hat weitreichende Auswirkungen für unsere Zukunft. Vielen Bibellesern stellt sich hier die Frage, wer diese zehn Jungfrauen sind. Sind alle zehn gläubige Christen oder nur die fünf klugen Jungfrauen? Die fünf Törichten können nicht zum Hochzeitsfest kommen und der Herr sagt zu Ihnen: „Ich kenne euch nicht.“ Kann es sein, dass auch wiedergeborene Christen vom Herrn derart abgewiesen werden? Zur Beantwortung dieser Frage, lasst uns den Text genauer betrachten. 

Wer sind die zehn Jungfrauen?

Alle zehn sind Jungfrauen. In der Bibel werden Ungläubige an keiner Stelle als Jungfrauen bezeichnet. Außerdem gehen sie alle dem Bräutigam entgegen. Ein Ungläubiger wird niemals dem Herrn entgegengehen. Als sie auf den Bräutigam warten, werden sie alle schläfrig und schlafen schließlich ein. Dies bedeutet, dass sie sterben. Dann kommt plötzlich ein Geschrei: „Der Bräutigam kommt, geht hinaus ihm zu begegnen.“ Dadurch wachen alle zehn wieder auf, das bedeutet, dass sie aus den Toten auferstehen. Alle zehn wachen zum selben Zeitpunkt auf. Die Auferstehung der Gläubigen und Ungläubigen ist gemäß der Schrift nicht zum selben Zeitpunkt. Daraus ergibt sich, dass alle zehn gläubige Christen sein müssen. Kann ich also als Christ wieder verloren gehen?

Alle Menschen müssen gerichtet werden

Alle Menschen werden nach ihrem Tod zu einem gewissen Zeitpunkt vor dem Gericht Gottes erscheinen. Dies wird deutlich in Hebräer 9: 27: „Und wie den Menschen gesetzt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht…“ Hier gibt es keine Ausnahme. Alle müssen gerichtet werden. In Joh. 3:16 und 18 steht jedoch: „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einziggeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. … Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht geglaubt hat an den Namen des einziggeborenen Sohnes Gottes“. Besteht hier ein Widerspruch? Wer an den Sohn Gottes glaubt, wird nicht gerichtet, aber gemäß dem Hebräerbrief kommt jeder Mensch nach seinem Tod ins Gericht vor Gott. Gibt es hier eine Ausnahme für die Gläubigen? Die Bibel zeigt etwas anderes. Sie spricht von verschiedenen Gerichten, ein Gericht für die Gläubigen und ein weiteres für die Ungläubigen. Doch darauf wollen wir später noch einmal genauer eingehen. 

Die hell scheinende Leuchte in uns

Lasst uns zunächst einmal Sprüche 20:27 lesen: „Eine Leuchte des Herrn ist des Menschen Geist. Er durchforscht alle Kammern des Inneren“. Der wiedergeborene Geist ist eine Leuchte des Herrn. Dies haben wir bei unserer Wiedergeburt erfahren. Davor waren wir in Finsternis, doch dann bekamen wir Licht und sahen viele Dinge völlig anders als bisher. Anderes nahmen wir vor unserer Wiedergeburt nicht wahr, doch dann empfingen wir plötzlich Licht darüber. Wie ein Maulwurf, der im Dunkeln lebt und Licht gar nicht kennt, kamen wir auf einmal ins Licht und sahen alles um uns herum völlig anders. Das ist die völlig normale Erfahrung jedes Gläubigen, dass er mit seiner Wiedergeburt sein Umfeld und auch sich selbst völlig neu erkennt, weil sein Geist in ihm zu scheinen beginnt. Das ist diese Lampe, die alle zehn Jungfrauen haben.

Ein Siegel, das nicht zerbrochen werden kann

Am Tag, als wir gläubig wurden, geschah jedoch noch mehr. Dies zeigt uns Eph. 1,13: „in welchem auch ihr, als ihr das Wort der Wahrheit hörtet, das Evangelium von eurer Errettung, in welchem auch ihr, als ihr gläubig wurdet, versiegelt worden seid mit dem Heiligen Geist der Verheißung“. Gott hat uns mit dem Heiligen Geist versiegelt. Dies bedeutet, dass wir als das Eigentum Gottes gekennzeichnet wurden. Alle Mächte und Gewalten müssen es respektieren. Ein versiegelter Brief kann nur geöffnet werden, wenn das Siegel zerbrochen wird. Das Siegel Gottes kann niemand brechen. Wir sind und bleiben Gottes Eigentum. Jedes Siegel trägt ein Bild, das anzeigt, wer versiegelt hat. Wir tragen das Siegel Gottes und damit kann jeder erkennen, wessen Eigentum wir sind, vor allem die unsichtbare Welt. 

Ein Geist mit dem Herrn – eine nicht zu trennende Verbindung

Damit nicht genug. Der Geist Gottes, der in uns hineingekommen ist, wurde ein Geist mit unserem Geist. Das finden wir in 1.Kor. 6,17: „Wer aber dem Herrn anhangt, der ist ein Geist (mit ihm)“.An dieser Stelle steht im Griechischen ein Zahlwort. Der Geist Gottes und mein Geist werden zu einem Geist. Die beiden Geister können nicht mehr voneinander getrennt werden. Wir sind ein Geist mit dem Herrn für alle Ewigkeit. So ist unsere Rettung aus Gnade, sie geschieht durch Gottes Werk und braucht nicht unser Zutun, nur unseren Glauben. Sie ist ewig und unabänderlich. Sie geschieht ein für alle Mal für alle Ewigkeit. Durch sie werden wir vom zukünftigen Zorn gerettet und müssen nicht mehr in das Gericht am Ende der Zeitalter vor dem großen weißen Thron, wo die Ungläubigen gerichtet werden. (Offb.20) Viele Bibelstellen bezeugen uns folglich, dass wir als Christen nicht mehr verloren gehen.

Damit die Lampe brennt, braucht es Öl

So weit sind alle Jungfrauen gleich: Alle haben Öl in den Lampen und alle sind gerettet. Dennoch sagt der Herr zu den törichten Jungfrauen: „Ich kenne euch nicht“. Das heißt nicht, dass sie verloren gehen in alle Ewigkeit, aber sie werden einen Verlust erleiden. Fünf können zur Hochzeit eingehen, die anderen fünf nicht. Der Eingang zur Hochzeit ist nur mit einem hell scheinenden Leuchter, einem brennenden Geist möglich. Damit der Geist brennt, braucht es Öl. Etwas Öl ist immer in der Lampe, aber wenn es ausgeht, braucht es zusätzliches Öl aus dem Gefäß. Dieses Öl in dem Gefäß zeigt den Unterschied zwischen den törichten und klugen Jungfrauen. Die klugen gaben den Törichten den Rat, Öl für sich selbst zu kaufen. Als sie wiederkamen, war es schon zu spät, die Türe war verschlossen. Daher ist heute die Zeit, Öl zu kaufen.

Doch wie kaufen wir Öl? Darauf wollen wir im nächsten Blog eingehen.

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